07. Juni 2010

Dräger übergibt Brandübungsanlage an den Flughafen Leipzig/Halle

Teil des Trainingszentrums der Flughafenfeuerwehr

Leipzig – Zum Start der Interschutz in Leipzig hat Dräger eine Brandsimulationsanlage in Flugzeugform an den Flughafen Leipzig/Halle übergeben. Die Anlage bildet den Mittelpunkt eines Trainingszentrums der Flughafenfeuerwehr, das zum Start der Interschutz 2010 offiziell eingeweiht worden ist.

Die Brandübungsanlage entspricht in Form und Größe einer verkürzten Boeing 747. Sie ist dreigeschossig und besteht aus der First Class im obersten Stockwerk, der Business und Economy Class auf der mittleren Ebene und dem Gepäck- und Frachtraum im unteren Teil der Anlage. Im Innern befinden sich Einrichtungen wie in einem echten Flugzeug, beispielsweise Cockpit, Sitze, Bordküche oder ein Toilettenraum. „Hier können wir typische Brände simulieren, wie einen brennenden Papierkorb oder Feuer in Gepäckfächern“, erläutert Martin Reichel, Experte für Brandsimulationsanlagen bei Dräger.

Aus Gründen des Umweltschutzes wird die Anlage mit Propangas betrieben. In der Installation sind rund 240 Tonnen Stahl verbaut. Etwa 1000 Meter Rohrleitungen für Gas, Druckluft und Wasser sowie 5000 Meter Kabel bilden die Infrastruktur der Trainingsanlage. Sie wurde über die Wintermonate in einem Werk in Ramstein vorgefertigt. Im März 2010 sind die Einzelteile am Flughafen Leipzig/Halle eingetroffen, wo sie dann zur fertigen Anlage zusammengesetzt wurden. Derzeit finden die Gas- und Elektroinstallationen statt.



Vielfältige Einsatzszenarien

Die Anlage bietet verschiedene Möglichkeiten, typische Einsatzszenarien für Flughafenfeuerwehren zu trainieren. „Außenbrände machen rund 95 Prozent aller Löscheinsätze von Flughafen-Feuerwehren aus“, betont Reichel. Die Anlage verfügt über zwei Tragflächen, wovon eine abgerissen auf dem Boden liegt. Zwischen ihr und dem Rumpf ist ein Feld, auf dem sich ein sogenanntes „Spill Fire“ simulieren lässt: Im Szenario läuft Kerosin auf dem Boden aus, das dann einen Flächenbrand auslöst. An der anderen Tragfläche ist ein Triebwerk angebracht, aus dem sowohl aus der Vorder- als auch aus der Hinterseite Feuer austreten kann. Ein weiteres Triebwerk befindet sich im Seitenleitwerk des Flugzeuges. „Eine echte Boeing verfügt an dieser Position zwar über kein Triebwerk, aber die Maschinen anderer Flugzeughersteller. Dieses Hecktriebwerk haben wir installiert, weil die Position beim Löschen eine echte Herausforderung ist“, erklärt Reichel.

Neben dem Löschen von Bränden sind die Rettung von Menschenleben sowie die Suche und Bergung von Personen, die ein havariertes Flugzeug im Notfall nicht verlassen konnten, die wichtigste Aufgabe von Flughafenfeuerwehren. Die Brandübungsanlage am Flughafen Leipzig/Halle verfügt über mehrere Heißrauchmaschinen im Innenraum, die schwierige Sichtverhältnisse simulieren. Durch die unterschiedliche Sitzanordnung im obersten und mittleren Stockwerk kann die Suche im Flugzeuginnern sowohl mit einem Mittelgang als auch mit zwei Gängen trainiert werden.



Ein neues Trainingszentrum entsteht

Die Brandsimulationsanlage ist Mittelpunkt eines Trainingszentrums, das im Auftrag der anerkannten Werkfeuerwehr der Flughafen Leipzig/Halle GmbH entsteht. Das Projekt läuft unter der Federführung von kplanAG, Aktiengesellschaft für Projektentwicklung und Gesamtplanung, die eine Brandsimulationsanlage für Flugzeugbrände im Rahmen eines Forschungsauftrags des Bundesforschungsministeriums entwickelt hat. So wird beispielsweise auch die Atemschutzübungsstrecke, die zurzeit an der Start- und Landebahn im Süden steht, ins neue Trainingscenter verlegt und modernisiert. Der Flughafen plant, das Trainingszentrum auch für externe Feuerwehren zu öffnen.

Hersteller der Brandsimulationsanlage ist die Dräger Safety AG & Co. KGaA.